#4 - Demokratie der Zuneigung – Wie Bürgerbeteiligung Lust macht, zu gestalten

Shownotes

Wie kann Demokratie für Menschen wieder erfahrbar und wirksam werden? In dieser Folge spreche ich mit Christian Schüle über gesellschaftliche Fragmentierung, politische Entfremdung und die Frage, wie Institutionen Menschen besser erreichen und einladen können, sich einzubringen.

Am Beispiel des Demokratiefestivals in Borken geht es um konkrete Beteiligungsformate: einen per Losverfahren zusammengestellten Bürgerrat, Deep Democracy als Raum für Konflikte und unterschiedliche Perspektiven sowie einen Tag der Jugend, an dem junge Menschen ihre Ideen für die Stadt entwickeln und mit Verantwortlichen diskutieren konnten.

Ein zentraler Gedanke des Gesprächs: Beteiligung schafft nur dann Vertrauen, wenn Menschen erleben, dass ihre Stimme zählt – und sie eine ehrliche Rückmeldung dazu bekommen, was mit ihren Vorschlägen geschieht.

Themen der Folge:

• Warum Menschen sich von Politik und Institutionen nicht mehr gesehen oder vertreten fühlen • Fragmentierung statt einfacher Spaltung: unterschiedliche Lebenswelten und eine fehlende gemeinsame Sprache • Wie Ansprache und Kommunikation Zugehörigkeit und Vertrauen beeinflussen • Bürgerräte: zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger diskutieren über die Zukunft ihrer Stadt • Deep Democracy: Konflikte, Einwände und Minderheitenpositionen in Gespräche einbeziehen • Jugendbeteiligung: Jugendliche entwickeln eigene Ideen und bringen sie in der Stadtverwaltung ein • Das Gefühl der Selbstwirksamkeit als Voraussetzung dafür, dass Menschen sich engagieren • Warum Beteiligung ohne Umsetzung oder ehrliche Rückmeldung enttäuschen kann • Warum eine „Demokratie der Zuneigung“ Menschen wieder zur Mitwirkung bewegen könnte

Links: Christian Schüle: www.christianschüle.de LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christian-sch%C3%BCle-166072b/ Demokratiefestival Borken: https://www.borken.de/de/kultur-tourismus/Freizeit-Kultur-Stadtmarketing/Projekte/demokratiefestival.php


Interview: Christoph Bauer collaborationtalk.org collaborationlab.de

Transkript anzeigen

00:00:03: Herzlich willkommen zum Collaboration Talk, dem Podcast für Menschen als Gestalter in Organisationen und Gesellschaft.

00:00:12: Was wäre wenn Menschen in Unternehmen und Gesellschaft wirklich als Gestalter ernst genommen würden?

00:00:17: Dieser Frage gehe ich mit meinen Gästen in diesem Podcast nach.

00:00:22: Heute habe ich einen Gast, mit dem mich die Frage aus gesellschaftpolitischer Sicht beleuchtet.

00:00:27: Christian Schüler ist bei mir.

00:00:29: Christian ist Schriftsteller, isserist und Lehrbeauftragter am Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität der Künste in Berlin.

00:00:38: Ist unsere Demokratie bedroht?

00:00:40: Mit dieser Frage steckt Christian ein!

00:00:43: Wir sprechen über Frustrationen der Menschen in unserer Gesellschaft über nicht mehr einlösbare Versprechen eines individualistisch geprägten Gesellschaftsmodells.

00:00:52: aber insbesondere geht es um ein tolles Beispiel erlebter Demokratien – dem Demokratiefestival in Borken dass Christian dieses Jahr mit initiiert und gestaltet hat, freut euch über Beispiele positiver Gestaltungsenergie in Bürgerräten und bei der Jugend.

00:01:09: Und über Christians Gedanken zu einer Demokratie der

00:01:12: Zuneigung.

00:01:13: Viel Vergnügen!

00:01:20: Hallo Christian, herzlich willkommen im Collaboration Talk.

00:01:23: Hallo Christoph, danke für die Einladung.

00:01:26: Ja sehr gerne.

00:01:28: ich bin auf dich aufmerksam geworden weil du sehr aktiv zum Thema Demokratie Arbeit.

00:01:34: ist das du später mehr?

00:01:37: Ich habe mich aufs Gespräch gefreut mit dir, weil du einen breiten Hintergrund hast.

00:01:41: Du bist Schriftsteller und essayist, hast Philosophie studiert zur Zoologie und politische Wissenschaften und engagierst dich für eine vitale Demokratie unter anderem bis du initiator und Mitgestalter vom Demokratiefestival der Stadt Borken.

00:01:58: Darüber werden wir sicher noch ausführlich reden.

00:02:01: Und es passt deswegen gut zu dem Podcast in dem Podcast gerne die Frage beleuchten möchte, wie wir Menschen wirklich als Gestalter ernst nehmen können.

00:02:10: Und das nicht nur in Organisationen was mein Themengebiet ist sondern eben auch in Gesellschaft.

00:02:15: und du bringst halt eben jetzt die gesellschaftspolitische Perspektive mit rein was mich sehr freut.

00:02:22: Vielleicht können wir auch immer mal wieder ein paar Parallelen ziehen zu dem was Du in Gesellschaft wahrnimmst und ich in Organisation.

00:02:30: Ja fangen doch erstmal an.

00:02:33: wer bist du?

00:02:34: was würdest du sagen?

00:02:35: Was macht dich aus, was ist dein Hintergrund.

00:02:38: Was trabt dich eigentlich an dich mit Demokratie zu beschäftigen?

00:02:44: Ja ich habe das nie wirklich reflektiert dass dann Demokratie möglicherweise an ihr Ende kommen könnte und als es vor Jahren begonnen hat das Gerede, dass die Demokratie am Ende sei.

00:03:02: Dass wir Demokratie retten müssten.

00:03:04: Dass die Demokratied bedroht ist und so weiter habe ich mich zu Fragen begonnen.

00:03:09: was genau ist da eigentlich Bedroht?

00:03:11: Und warum ist es so und wie ist es wohl gekommen?

00:03:13: Ich bin aufgewachsen in Süddeutschland am Bodensee im Westen der Republik privilegiert natürlich haben akademischen Hintergrund kommen aus einer Mittelstandsfamilie, bin ein weißer Mann und so weiter.

00:03:26: Und hat mich nie tatsächlich hinterfragen müssen in dem was ich gemacht habe und für mich stand sozusagen die Welt offen.

00:03:33: Für mich stand der Lebensentwurf offen und irgendwann begann das mal nicht mehr so selbstverständlich zu sein.

00:03:41: Dann kamen das Thema Partizipation und Beteiligung auf.

00:03:45: Ich glaube mit Stuttgart XXI als diese Auseinandersetzung anfing als der sogenannte Wutbürger geboren wurde.

00:03:52: Da wurde mir dann auf einmal klar, es stimmt eigentlich etwas nicht in der Republik.

00:03:57: Und da ich jemand bin, der sehr profitiert hat von liberalen Prinzipien und von einer liberalen offenen Gesellschaft, habe ich angefangen unsere Gesellschaft zu betrachten oder beobachten.

00:04:07: Und dann merkte ich eben schon auch dass da sehr viel Dysfunktionalität ist.

00:04:12: Ich dachte mir das ist quasi meine Aufgabe als jemand, der sich mit philosophischen Konzepten beschäftigt in sich auch sehr politisch denkt, da jetzt auch aktiv zu werden.

00:04:21: So ist es dazu gekommen?

00:04:23: Okay!

00:04:24: Da hast du schon ein paar Schlagforte gebracht.

00:04:27: Wenn wir mal auf die Verfasstheit der Menschen in unserer Gesellschaft oder aber auch in Organisationen schauen, da hast du den Begriff Wutbürger gebracht, ja dann... Ich weiß gar nicht ob das mit Stuttgart I und II aufkam, aber wahrscheinlich kann sein.

00:04:40: Und auch dass die Demokratie an sich in Gefahr ist.

00:04:47: Lass uns doch mal drüber sprechen.

00:04:49: Wie blickst du auf die Menschen in unserer Gesellschaft?

00:04:52: Und ja, wir haben jetzt ein paar Landtagswahlen hinter uns und dem was aus dieser Verfasstheit der Menschen resultiert im politischen Geschehen.

00:05:03: Ich würde mal grundsätzlich den Vorschlag formulieren dass wir Den Elefanten im Raum nämlich die AfD erst einmal zur Seite schieben.

00:05:11: da können wir nachher noch besprechen.

00:05:13: Aber das ist auch so ein Punkt, den ich schwierig finde.

00:05:16: Wir sind auf eine Art und Weise auf diese Partei fixiert, die mir Angst macht.

00:05:20: Die AfD ist im Grunde regiert schon seit vielen, vielen Jahren weil alles was in Deutschland passiert sich immer sofort mit dieser Partei ex-negativo manchmal ex positive auseinandersetzt und ich finde es falsch.

00:05:33: Bald dadurch verloren geht der Blick auf die Grundlagen dafür dass diese Partie solche Erfolge hat.

00:05:40: Es geht gar nicht um die HD, sondern es geht um die Menschen, die sie wählen.

00:05:44: Und es geht auch um die Haltungen, die Sorgen und Ängste usw.

00:05:47: der Menschen.

00:05:48: Darauf zu blicken finde ich extrem wichtig!

00:05:50: Das wäre schon mal der erste Punkt den ich eigentlich so wahrnehme dass wir gar nicht mehr wirklich eine Wirklichkeitsbeschreibung und eine geteilte Wirklichkeit Wahrnehmung haben in der Republik, auf eine Art und Weise fragmentiert sind, fragmentiert denken.

00:06:06: Und fragmentiert sprechen über die Respublica also die Dinge, die uns alle angehen.

00:06:11: ja in einer Republik geht es um allgemeine Angelegenheiten zu denen jeder und jede das Recht hat etwas zu sagen sich einzubringen und diese Abspaltung voneinander dieser Subsysteme die da einstanden sind im Laufe der letzten Jahre sind nicht mehr ineinander übersetzbar und so haben wir system theoretisch gesprochen eben lauter in Kontakt in kompatible Fragmente, die nebeneinander bestehen.

00:06:33: Deswegen würde ich jetzt auch gar nicht von der Spaltung sprechen sondern wirklich von einer Fragmentierung also eine Zersplitterung.

00:06:39: und dass es da wahnsinnig schwierig ist ein Narrativ zu finden einen Airpost zu finden eine Erzählung zu finden so sagen wir ziehen alle an einem Strang und haben alle Die gleiche Vision.

00:06:50: das liegt auf der Hand.

00:06:50: und wir haben dann letzter Satz dazu glaube Ich Auch Ein dieser hinsicht doch sehr überfordertes politisches Personal Das manchmal denke ich nicht richtig verstanden hat Ehrlich gesagt, wo das Problem eigentlich liegt.

00:07:04: Ich bin ganz breit hier sich nicht so nur auf die AfD zu fixieren und zu schauen.

00:07:10: wie kann man ein anderes Angebot machen sodass die Wähler oder die heute AfD-Wählen wieder zu den anderen Parteien damit wechseln?

00:07:21: Ich bin auch der Meinung dass wir zu wenig über die Ursachen reden, die eigentlich dazu geführt haben Und deswegen lasst uns diese Ursache noch mal gerade ein bisschen besprechen.

00:07:34: Du hast jetzt gerade eine Fragmentierung in der Gesellschaft angesprochen, welche Subsysteme würdest du denn sehen?

00:07:44: Wer hat sich inwieweit fragmentiert?

00:07:47: Ich glaube dass es ein ökonomisches System gibt.

00:07:51: Ein kapitalistisch- marktwirtschaftliches ekonomisches system mit eigenen Referenzquellen und Selbstbezüglichkeiten, das zum Beispiel gar nicht mehr übersetzbar ist in kulturelles System.

00:08:04: und dann haben wir davon abhängig ein Mediensystem.

00:08:08: wiederum nebeneinander platziert ein System der Menschen, die sich abgehängt fühlen.

00:08:14: Die wiederum eigene Selbstbezüglichkeiten und selbst referenzielle Quellen haben.

00:08:18: Also dann gibt es das politische System, dass so drüber liegt.

00:08:21: Dann gibt es ein politisches System in Berlin Ein Bundessystem wo dann ganz andere Themen aufgedeckt werden, als es zum Beispiel in den Ländersystemen hat.

00:08:33: Also wenn wir darüber sprechen dass die Randzonen der Republik oder die ländlichen Gebiete ob das jetzt in Bayern ist oder in Westfalen oder sonst wo da gibt es ganz andere Befindlichkeiten, ganz andere Strukturwandel, Phänomene, ganz anderen Mentalitätszustand als ja in den Großstädten in Deutschland Es ist auch nicht ganz unbekanntes Problem Stadtland Aber das sind lauter Subsysteme, die sich ausbilden mit einer jeweiligen Referenzialität.

00:08:59: Wo man sich in diesem Subsystem zwar versteht aber dass nicht übersetzbar ist.

00:09:03: also Das ist ein großes Problem was mit Sprache zu tun hat da sind wir dann auch beim Bundeskanzler und seinen Ministern.

00:09:10: Und nun ganz kurz den Querverbindungen ohne Einstimmen zu wollen in diese quasi Vergöttlichung und völlige Begeisterung des neuen Bundestrainer Jürgen Klopp wenn man den so beobachtet, der versteht das auf eine Art und Weise zu sprechen anzusprechen wo ich sagen muss dass es schon relativ genial was er da macht.

00:09:28: Und der zieht die Menschen mit, er ist mitreißend, da fühlt sich jeder angesprochen und ich glaube darum ginge es ein kleines bisschen.

00:09:35: Ja aus meiner Perspektive würde ich sagen dass das politische System oder die Politiker als abgehobene Elite wahrgenommen werden und nicht mehr als die Personen die einen repräsentieren.

00:09:51: Hinzu kommt, du hast jetzt Politikersystem genannt.

00:09:54: Du hast aber auch die Medien genannt und auch die Medien werden nicht mal als die wahrgenommen, die wirklich mich in meiner Situation sehen und auch vertreten können.

00:10:07: Nicht umsonst gibt es jetzt viele, also schon lange so dass sich die junge Generation von den klassischen Medien verabschiedet hat und sich nur noch über soziale Kanäle informiert.

00:10:17: und da entstehen immer wieder neue Plattformen die viel Zuspruch und viele Zuschauer, Zuhörer bekommen.

00:10:26: Und ja, so entsteht eine Trennung zwischen den Subsystemen ist auch meine Wahrnehmung und es fehlt ein bisschen die integrative Kraft, die diese Subsysteme verbinden könnte in den Austausch bringt und an was gemeinsam arbeiten lässt.

00:10:46: Und wenn du jetzt im Bundesstrainer ansprichst, ich habe gestern Abend das Spiel so ein bisschen mit verfolgt und dann auch insbesondere seine Auftritte, die in Trins ist.

00:10:55: Interessiere mich tatsächlich.

00:11:00: Er glaube ich hat eine Qualität Menschen das Gefühl zu geben wirklich gesehen zu werden.

00:11:07: So!

00:11:08: Und wenn wir das besprechen... Ich glaube viele in der Gesellschaft heute fühlen sich nicht mehr wahrgenommen in ihrem eigenen in ihrer realen Situation.

00:11:20: Also bleibe doch mal für einen Moment bei Jürgen Klopp und das, was wir über den Fernsehschirm wahrnehmen.

00:11:25: Wir sind ja dann... also ich zumindest nicht im Stadion und sehe es nicht.

00:11:28: aber was sieht man da?

00:11:30: Da ist ein Mensch der brennt, der hat Passion, der steht da, der zieht eine Idee durch, der schützt seine Leute und dann geht er aufs Spielfeld hinterher und der umarmt jeden.

00:11:41: Jeden!

00:11:42: Der umarmte die Menschen.

00:11:43: Der küst die zum Teil sogar auf die Stirndiespieler und er umarmts auch die Gegner.

00:11:47: Das fand ich ganz eindruckend.

00:11:48: Da ist jemand, der zeigt Zuneigung auch körperliche Art und ich glaube das ist eine unglaublich Leidenschaft die da drinsteckt aber auch eine ganz tolle Art den Menschen aufzufangen.

00:12:05: denn in welcher Zeit leben wir?

00:12:07: Wir leben in einer völlig entsinnlichten und endkontextualisierten Zeit indem wir fast alle nur noch auf Display starten mit uns alleine sind, auf das Handy gucken.

00:12:18: Wir kennen alle die Bilder in Bussen und U-Bahnen, auf den Flughäfen auch auf den Straßen wenn der Leute entgegen getorkelt kommen mit gesenktem Haupte auf das Display glotzen und gar kein Gefühl und keine Sinnlichkeit mehr für den Raum ausbilden um sich herum auch gar nicht mehr rücksichtsvoll sein können weil sie nur noch im Grunde genommen ihrer abgeschiedenen digitalisierten Monade drin stecken.

00:12:40: und da kommt also so einer macht etwas wonach sich so viele Menschen sehen, er zeigt Zuneigung.

00:12:46: Auch körperlich Zuneilung!

00:12:47: Das heißt jetzt umgeschlossen nicht dass der Bundeskanzler mehr als durch die Lande reisen soll und jeden umarmen.

00:12:52: das würde ich glaube auch nicht wollen.

00:12:54: aber ich finde es sehr spannend wie er das macht und auf eine Art und Weise da muss man sich angesprochen fühlen wenn man das mal weg nimmt vom rein körperlichen sinnlichen wir würden es in einer kognitiv rhetorische Ebene schaffen, dann würde man sagen naja wie sprechen wir Menschen an?

00:13:13: und ich glaube das ist ja auch dein großes Thema in Unternehmen.

00:13:16: Und du kannst es letztlich auf offene Gesellschaft insgesamt übertragen Wie spricht man einander an?

00:13:22: macht man es mit Zuneigung?

00:13:24: Mit Wertschätzung oder Versucht man auch durch das Ansprechen, irgendwelche Hierarchien zu zementieren eine Durchlässigkeit zu verhindern.

00:13:32: Also wie sprechen wir miteinander?

00:13:34: Und wir kennen aus der Philosophie und der Psychologie ja Grunde genommen die Verhältnisbestimmung zwischen Sprache und Denken.

00:13:40: Das heißt ich spreche, wie ich denke und ich formuliere mein Denken über Sprache.

00:13:44: D.h.,

00:13:44: es sagt dann schon was aus.

00:13:47: diese ganzen Ausschließungs- und Ausschlussmechanismen, die es gibt in der Gesellschaft selbst in einer liberalen Demokratie wie bei uns die zu überwinden, da sind ja vor ein paar Jahren aus meiner Sicht zurecht mal angetreten und haben gesagt wir müssen versuchen das mal aufzulösen.

00:14:01: Und ich finde nach wie vor, weil wir das auch besprochen haben vorher ganz kurz mit den Medien, dass wurde vor Jahren am Beispiel Gender, wurde es durch exzessiert.

00:14:13: Wir wissen aus Umfragen seit vielen vielen Jahren, dass ein Großteil der Bevölkerung nicht gendern möchte.

00:14:18: Das ist ein Großteil der Bevölkerung, Schwierigkeiten hat mit Gender-Sprache.

00:14:22: Aus welchen Gründen auch immer?

00:14:23: So und jetzt hat man das Gefühl dass die Medien, sag ich mal etwas pauschal Erziehungsauftrag sich selber attestiert haben.

00:14:31: wir müssen jetzt die Bevölkerung Deutschlands zum Guten erziehen nämlich zum Gender sprechen.

00:14:36: was steht in der Idee Genderns steht im Grunde die Auflösung der binären Strukturen Die Auflöse von Machtstrukturen die auflösungen von männlicher Repression.

00:14:45: Das würde ich politisch alles teilen, dass das Aufgehölle ist gehört und man kann ja andere Konsequenzen draus ziehen als jetzt die Sprache zu verändern.

00:14:51: Zum Beispiel könnte mein Gender-Pay Gap beilegen.

00:14:54: Man könnte mehr in puncto Gleichstellung, mehr Rechte für Frauen, mehr Erziehungsrechte

00:15:00: usw.,

00:15:01: das kann man alles diskutieren.

00:15:03: aber genau da zeigt sich eigentlich das Problem, dass wir in Deutschland in den letzten Jahren hatten, Abgehobene Klasse nicht versteht, was die Menschen eigentlich wirklich beschäftigt.

00:15:18: Und ja du hast das vorher gesagt es lässt sich da kein integratives Moment finden und daran würde müsste man eigentlich arbeiten und wir kommen sicherlich gleich noch drauf zu sprechen.

00:15:27: mit diesem Demokratiefeste weil ich da antworten durfte haben wir das bei aller Bescheidheit mal zu tun versucht und dann auch sehen können was für Effekte das hat.

00:15:38: Wenn du über Sprache sprichst oder wenn wir allgemein über Kommunikation sprechen und ich erstmal eine Parallel zu Unternehmens ziehe, dann würde ich sagen Führungskräfte Manager sind natürlich unterschiedlich begabt gut zu kommunizieren in das Unternehmen.

00:15:54: Und auch mit einzelnen Menschen also Kategorien wie Jürgen Klopp einfach sehr authentische Kommunikationsklare kommunikation menschliche Kommunikaton wieder rausgestellt hast.

00:16:06: Diese Personen, diese Management-Typen oder Führungskräfte gibt es schon auch.

00:16:11: Aber nicht nur!

00:16:13: Also wenn man jetzt gerade... Ich beobachte das von etwas entfernterer Warte, Automobilbranche beobachtet die ja wahnsinnig im Umbruch ist.

00:16:24: Das was ich in Medien wahrnehme ist nicht so dass da viel Verständnis für die Zumutungen die jetzt einfach anstehen in die Kommunikation mit einfließt, sondern einfach nur die Notwendigkeiten in die kommunikation einfließen.

00:16:40: Wir müssen das jetzt tun zum Beispiel als die Tarifverträge König wie bei VW und neu zu neu verhandeln.

00:16:49: Wenn wir später über Kommunikationssprechen kommen wir noch da auf den Umgang mit Frustrationen auch im demokratischen Prozessen.

00:16:59: Ich glaube es fehlt Das menschliche In dem Sinne dass wir dass wir auch die Gefühle zulassen und die Verfasstheit von Menschen zulassen, und aushalten können in der krisenhaften Situation, in der wir ja nun mal stecken.

00:17:15: Also man kann ja X Krisen benennen, die Unsicherheit auslösen bei Menschen.

00:17:23: Und ich glaube, die Menschen werden in dieser Unsicherheitszu wenig aufgefangen.

00:17:29: Würde ich dir völlig zustimmen?

00:17:30: Absolut!

00:17:31: Was ist passiert?

00:17:32: Es ist passiert, dass wir... Ich mach mal den großen Bogen.

00:17:36: Seit ungefähr zweihundert Jahren gibt es die Emanzipation des Subjektes ausgehend von der Aufklärung.

00:17:42: Da wurde einem über die Jahrhunderte und Jahrzehnte hinweg in großen Kämpfen errungen quasi das Prinzip der Individualität.

00:17:51: Du bist wichtig!

00:17:54: Du konzipierst deine Welt.

00:17:57: Das fand in erster Linie so gesehen erst in den letzten dreißigvierzig Jahren statt diese Radikalisierung der Individualität.

00:18:04: Aber man hat sich aus den fremdbestimmenden Großerzählungen lösen können durch die Aufklärung, also durch Gott und die Religion.

00:18:12: Es wurde entlarvt als eine Märchenmythologie und da kam dann einfach der sich selbst definierende mündige Bürger heraus.

00:18:22: Der Staatsbürger, der seine Belange selber regelt.

00:18:25: Wir haben uns also emanzipiert im Laufe der Jahrhunderte auch von politischen Kräften.

00:18:29: Wir sind zu einer Demokratie geworden, sogar so eine Republik.

00:18:32: Herrschaftsform der Bürger, wo der einzelne Bürger den anderen Bürger regieren kann zu jeder Zeit und auch die Erkenntnis jedes Einzelnen dass das möglich sein muss.

00:18:41: Also ich kann dich regieren so wie du mich reagieren kannst wenn wir einander in freien Wahlen eben als solche bestimmen.

00:18:47: und das finde ich nach wie vor ein wahnsinnig tolles Prinzip größtmöglicher Freiheit die man als Mensch hat und die wir in Klammern gesagt vielleicht so ein Stück weit jetzt gerade einbösen.

00:18:58: Und dann in den letzten dreißigvierzig Jahren durch eine auch ökonomisch bedingte Konfigurationen, wurde dem Einzelnen immer stärker das Gefühl gegeben du entscheidest.

00:19:08: Du bist wichtig!

00:19:10: Deine Belange sind unser Auftrag und so

00:19:13: weiter.".

00:19:13: Und dann merkt der Mensch auf einmal der einzelne Mensch ich bin überhaupt nicht wichtig.

00:19:17: Auf mich hört keiner.

00:19:19: Mich sieht keiner.

00:19:20: Ich kann meinen Willen gar nicht ummittelbar umsetzen schon gleich gar nicht sofort und jederzeit sondern ich muss Kompromisse machen.

00:19:28: Es wird über meinen Kopf hinweg regiert.

00:19:29: und dann kamen die großen Bewegungen durch die Globalisierung.

00:19:33: Also das Abmontieren der Grenzen, der Raum wurde viel größer.

00:19:38: wir haben auf einmal global gedacht.

00:19:39: Wir haben uns beschäftigt mit den Bevölkerung in Asien und Afrika und wir haben gemerkt dass wir alle voneinander abhängig sind.

00:19:47: Der Nationalstaat hat sich in gewisser Weise aufgelöst.

00:19:49: es ist ein großes Europa geworden Regierungsmannschaft in der Mitte, in Brüssel.

00:19:55: Heute geführt schon Frau von der Leyen die Kommission, die über unsere Köpfe hinweg bestimmt, die selbst das nationale Recht und die nationale Gesetzgebung überstimmt.

00:20:04: also wir sind dann immer ihr Selbstmächtiger hier eigentlich zu werden anstrebten, um so entwerteter und weniger selbstwirksam hat sich der Mensch ja dann wahrgenommen in den letzten Jahren bis auf die Tatsache das dann über ihn wiederum entschieden wurde.

00:20:21: Wir schließen jetzt mal die Grenzen nicht sondern wir lassen sie offen oder kommen Millionen Migranten aus fremden Kulturkreisen unser Land kann man darüber diskutieren, ob das gut war oder schlecht war.

00:20:31: Ich will es gar nicht beurteilen.

00:20:32: Aber ich will nur versuchen zu beschreiben wie das auf eine Psyche einwirkt aus meiner Sicht.

00:20:37: und dann kommen diese Menschen rein und sind jetzt da und jetzt müssen wir uns um sie kümmern.

00:20:42: Und bei keinem der großen Geschichten die wir erlebt haben Globalisierung aus bei der Europäischen Union Migration.

00:20:50: Jetzt kommt die künstliche Intelligenz.

00:20:51: dazu hat der einzelne Mensch noch das Gefühl irgendetwas bestimmen zu können sein Leben selbst steuern zu können, was ihm ja immer versprochen wurde.

00:21:00: Und daraus entsteht meiner Ansicht nach eine unglaubliche Enttäuschung.

00:21:04: bei den einen wird es dann ein Vorrat an den Idealen das ist eher so die rechte Position unsere Traditionen werden verraten und so weiter.

00:21:11: Bei den anderen geht es jetzt in eine Richtung, die wir auch schon mal erlebt haben.

00:21:14: Also eher ins sozialistisch konnotierte Kollektiv dass der Einzelne quasi aufgelöst wird in der großen allgemeinen Gleichheit.

00:21:21: aber was dann tatsächlich nicht mehr der Fall ist das was wir als die Mitte bezeichnen nämlich den liberalen auf Urteilskraft, Mündigkeit und Selbstverantwortung basierenden Bürger.

00:21:32: Den gibt es so immer weniger.

00:21:33: Und meine Besüchtigung ist das, dass das zunehmen wird von rechts wie von links und dass wir eigentlich versuchen müssen des Prinzipes der Demokratie, des Ideal der Demokraties, das ja genau auf diesem Bürger ausgelegt ist, immer wieder aufs Neue definieren zu versuchen.

00:21:47: Da muss man glaube ich nun einiges machen jetzt.

00:21:51: Wenn ich da eine Perspektive aus Unternehmenergänze den liberalen, den mündigen Bürger oder mündigen Mitarbeiter.

00:21:59: Dieser mündige Mitarbeiter, der selber Verantwortung übernimmt wird immer mehr gefordert und es wird auch immer mehr Möglichkeiten bereitgestellt dass die Mitarbeitenden in Verantwortung gehen können.

00:22:12: Und gleichzeitig ist es so das es kein einfacher Prozess ist, dafür einen Rahmen zu schaffen weil die meisten Unternehmen sind hierarchische Konstrukte die deswegen auch von oben nach unten gesteuert werden, nach wie vor noch.

00:22:29: Es gibt ja wenige Unternehmen, das Wort Demokratie in dem, wie sie agieren nutzen könnten, obwohl auch da in den letzten zehn Jahren Bewegung stattgefunden haben und von demokratischen Organisationen gesprochen wurden.

00:22:46: Unternehmen aber zum Beispiel eigenen Führungskräfte oder Mitarbeitende ihrer Führungskräfte gewählt haben, solche Experimente gab es.

00:22:58: Ich empfinde es gerade als Suchbewegungen das Unternehmen für suchen diesen Mitarbeitenden Selbstwirksamkeitsrahmen zu geben und wie das funktionieren kann.

00:23:15: Ich kann es später auch nochmal, wenn du vom Demokratiefestival erzählst.

00:23:19: Auch noch mal Unternehmensbeispiel nehmen wie die das tun?

00:23:22: Aber es ist eine Suchbewegung.

00:23:24: Es ist noch nicht ausdifferenziert, wie das wirklich richtig gut gelingen kann.

00:23:30: Das ist meine Perspektive, wenn ich auf Unternehmen schaue.

00:23:35: Ja!

00:23:37: Lass uns da langsam überschwenken.

00:23:39: zu dem Thema des Demokratiefesivals wo ihr ja tatsächlich Ein Gegenentwurf versucht habt.

00:23:48: In der Stadt Borken hat dieses Jahr das Demokratiefeskel stattgefunden, was du mit verantwortet hast wie du gerade gesagt hast.

00:23:56: Vielleicht können wir an diesem Beispiel noch einiges weiter besprechen.

00:23:59: Wie kam es denn dazu dass dieses Festival initiiert wurde?

00:24:06: Die Stadt Balken ungefähr fünfzigtausend Einwohner eine Stunde westlich von Münster fast an der niederländischen Grenze ein Konzept erarbeitet, achthundert Jahre Freiheitsrechte.

00:24:22: Also achthunderte Jahre Stadt, Stadtrechte, Stadtborgen.

00:24:26: und da gab es einige Ideen zu Festivals und wie man das begehen könnte.

00:24:33: dann stellte man fest dass man doch stärker am Thema Demokratie arbeiten möchte und dann trat die Stadtverwaltung in Form des Kulturbüros an mich heran aufgrund irgendwelcher sehr schöner und für mich noch gar nicht so richtig durchschaubarer Empfehlungen.

00:24:50: Und dann haben wir uns also getroffen, ich hatte einen Konzept erarbeitet eines dreiteiligen Demokratiefestivals über ein ganzes Jahr hinweg weil ich dachte man muss die Demokratie einfach mal feiern.

00:25:03: Man muss sagen, wie toll das ist.

00:25:04: Wie großartig das ist!

00:25:06: Lasst es uns feiern und lasst uns einen anderen Ton wählen nicht nörgeln, nicht kritisieren, nicht jammern.

00:25:11: Es ist blöd, es geht alles verloren überall dysfunktionen, überall mangeln sondern nein schauen wir aufs positive.

00:25:16: was haben wir noch?

00:25:17: Was ist da?

00:25:17: Was is an Substanz da?

00:25:18: Das kann man ausbauen, wie großartigt ist das eigentlich dass wir ein Demonstrationsrecht, ein Versammlungsrecht haben Einmeinungsfreiheitsrecht

00:25:25: usw.,

00:25:27: von so gut wie neunzig Prozent aller Länder dieser Erde nach wie vor unterscheidet.

00:25:34: Weil du mich ganz am Anfang gefragt hast, wie ich zu diesem Thema gekommen bin?

00:25:38: Ich habe irgendwann mal eine Bertelsmann-Studie gelesen, der zur Folge des Ergebnisse einer Untersuchung war, dass es nur noch acht Prozent, acht Prozent aller Länder auf die Erde sind liberale Demokratien.

00:25:52: Acht

00:25:52: sind das ist Wahnsinn!

00:25:53: Wenn man sich das mal überlegt, dass heißt also im Umkehrschluss.

00:25:55: Zweiundneinzig Prozent sind Diktaturen, Autokratien was auch immer ab.

00:26:00: Nicht das, was wir als liberale Demokratie bezeichnen.

00:26:02: Wir haben sie natürlich noch und dann habe ich ein Konzept entwickelt und dann wurde aus dem ganzen Jahr, wurde dann ein Quartal und so kam es das Anfang dieses Jahres, also sechsundzwanzig in jedem Monat Januar, Februar und März einen Demokratiefestival Teil stattgefunden hat.

00:26:19: Ich kann dir mal ganz kurz skizzieren, ohne jetzt in die Länge zu gehen.

00:26:22: Das erste Festival im Mitte Januar war die Simulation eines Bürgerrates zu einem von den Bürgern selbst gewählten Thema.

00:26:30: Kann ich gleich noch was sagen?

00:26:31: Das zweite war ein Diebdemocracy-Kongress wo es auch um Themen ging, die die Bürger selber bestimmt haben, was ihnen quasi auf den Nädeln brennt.

00:26:40: und der dritte Teil war ein Tag der Jugend und Jugendlichen wo man Demokratie wirklich schon von früh auf erleben konnte und gestalten konnte durch Partizipation, wie zum Beispiel eine App an der man gearbeitet hat oder auch am Aufbau der idealen Stadt des Idealen Kiezes.

00:26:59: Da haben wir sich wochenlang damit beschäftigt.

00:27:01: die Schülerinnen und Schüler haben alle mitgemacht übrigens dieser Stadt.

00:27:04: dann haben wir das in einem Wochenende performativ zelebriert und zusammengebaut und dann Gespräche geführt mit Architekten, mit Startplanern und auch mit der Bürgermeisterin.

00:27:14: Wo sind denn die Grenzen?

00:27:15: meine Aktivitäten.

00:27:16: Wo kann ich etwas nicht umsetzen?

00:27:18: Wo muss sich als Kind schon lernen, hier sind Kompromisse möglich und so weiter.

00:27:21: also die These dass sie je früher mein Demokratie einübt und je früher man Demokratie als solche auch erlebt Auch Enttäuschungen das ich eben nicht sofort meinen Willen umsetzten kann Umso besser ist es für eine aus unserer Sicht damals vitale Und mit demokratischen Prinzipien arbeiten die liberale Gesellschaft.

00:27:38: Das sind die drei Teile.

00:27:40: Die haben alle stattgefunden und das Ganze war uns unter dem Strich zu sagen wirklich ein großer Erfolg.

00:27:47: Ja, lasst uns da in die drei Elemente nochmal genauer reingehen also einmal der Bürgerrad oder Bürgerversammlung dann einfach mal zu Deep Democracy und Tag der Jugend.

00:27:58: Die Ergebnisse des Bürgerrates, die kommen ja auch auf der Webseite von dem Festival anschauen ist für jeden einsehbar.

00:28:05: Da wurden Dinge herausgearbeitet mit grünen Karten, die gut liefen andere Verbesserungsvorschläge gesehen worden.

00:28:12: Zunächst Mal wie.

00:28:14: Wie wurde der Bürgerrat zusammengesetzt?

00:28:16: Wer hat das Teil genommen, wer hat entschieden, wer teilgenommen hat und wie wurde es dann durchgeführt.

00:28:22: Durch wen gesteuert, geleitet oder moderiert?

00:28:27: Wir haben uns für das losbasierte Zufallsverfahren entschieden und haben einen Brief formuliert den die Bürgermeisterin, die übrigens sehr engagiert war.

00:28:37: Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung für jede Art von... simulierten Bürgerrat, wie wir das da gemacht haben.

00:28:44: Dass die Stadt und vornehmlich Bürgermeisterin oder Bürgemeister dahinter stehen.

00:28:48: Sie hat das unterschrieben und dann haben wir aus dem Melderegister per Zufall zweitausend Menschen ausgelost.

00:28:58: Datenschutzrechtlich war es möglich und haben sie angeschrieben bzw.

00:29:01: haben den Brief an die Adressen geschickt mit der Bitte wenn sie die Bürgerinnen und Bürger Interesse haben Was ist meine Heimat, woraus besteht meine Heimat?

00:29:13: in Borken?

00:29:14: Was müsste sich in dieser Stadt verändern, damit es noch mehr zu meiner Heimat wird.

00:29:17: Das war ein sehr offen formuliertes Thema gewesen, wo man sehr viel sagen konnte.

00:29:22: Wir sollten sich dann zurückmelden also das quasi per E-Mail oder per Postverfahren zurückschicken und normalerweise wenn man sowas macht dass jetzt kein... das ist jetzt nicht das Rad neu erfunden.

00:29:33: Es gab vorher auch schon solche Ideen, es gab auch schon professionell organisierte Bürgerräte im Auftrag der Politik.

00:29:40: die Rückmeldekwote ungefähr bei fünf bis sieben Prozent, das ist so der Erfahrungswert.

00:29:45: Bei uns haben sich fast zwanzig Prozent der Angeschriebenen zurückgemeldet, woran man schon mal sehen konnte dass dann großes großes Bedürfnis innerhalb der Bürgerschaft besteht daran teilzunehmen eine Meinungkund zu tun und ein ganzes Wochenende lang mit anderen Bürgerinnen und Bürgern zur Debatierung diskutieren.

00:30:01: Und dann haben wir die also eingeladen und dann wurden aus diesen die dann sich zurück gemeldet haben wurden dann die entsprechend wurden gezogen und es blieben übrig, glaube ich, dreihundert.

00:30:14: Und mit denen haben wir dann in einer großen Halle in der Stadt wo wirklich gestult war an verschiedenen Tischen dieses Format aufgesetzt und moderiert worden ist von professionellen Moderatoren-Team Claudine Nirdt und Roman Huber die für mehr Demokratie eV quasi im Vorstand auch sitzen.

00:30:33: Claudine hat auch schon mal das Bundesverdienstkreuz erhalten für ihre Arbeit Und die haben das wunderbarerweise moderiert mit bestimmten Verfahren, die sie machen und da kamen auch diese Karten neben ins Spiel.

00:30:45: Rote Karten, grüne Karten usw.

00:30:46: Dann wurden in drei Durchgängen drei verschiedene Themen diskutiert.

00:30:50: man hat die Menschen an einen großen Tisch gesetzt immer zu viert und dann haben die jeweils Fragen diskutiert, die vorher ausgearbeitet wurden also zum Beispiel was muss in der Stadt passieren?

00:31:04: Dann wurden die Karten eingesammelt, dann wurde drüber diskutiert nach jeder Runde und am Ende kamen die Bürgermeisterin in die Stadthalle.

00:31:11: Und wir haben eine Manöver-Kritik gemacht und haben diese Arbeiten bisher vorliegende Arbeiten ausgewertet und darüber diskutiert.

00:31:19: Das Entscheidende ist jetzt dass sie das mit in den Stadtrat genommen hat, dass sie auch schon vorher zu erkennen gegeben hat, Partei und Fraktionsübergreifend diese Idee toll fand und zugestimmt haben.

00:31:38: Also jeglich Teil innerhalb der Stadtparlament ist.

00:31:46: Zwei, drei Dinge würde ich gerne eingehen.

00:31:47: Du hast gesagt, zwanzig Prozent haben sich zurückgemeldet?

00:31:50: Und du hast gesagt das eine Indiz dafür dass es Bedürfnis der Mitbewohner in der Stadt groß sei, sich diesbezüglich zu beteiligen.

00:32:01: Höchstwahrscheinlich würde ich annehmen, dass nicht nur das Bedürfnis groß war sondern auch, dass sie das Format oder der Stadt zugetraut haben.

00:32:11: Dass das Formate wirklich was bringt im Sinne, dass dadurch eine Stimme bekommen und auch eine Wirksamkeit bekommen.

00:32:20: also wenn die Frustration der Menschen so groß wäre, dass sich schon gar nicht mehr daran glauben würden Wenn die Stadt so was initiiert, dass da überhaupt etwas herauskommen könnte dann werden sie ja schon komplett, wenn sie das System komplett abschreiben.

00:32:38: Das ist offensichtlich nicht der Fall sondern Sie sind noch bereit sich zu beteiligen und uns zu engagieren?

00:32:45: Ja auf jeden Fall ist es so und das ist auch die schöne Nachricht eigentlich, dass es noch so ist und man darf das jetzt nicht überbewerten, dass das jetzt ein Stadt in Deutschland, auch im Westen Deutschlands und so weiter.

00:32:55: Es gibt eben auch im Osten Deutschlands in verschiedenen Bundesländern Versuche dieser Art.

00:33:00: Aber das Entscheidende ist natürlich auch da am Anfang die Ansprache.

00:33:04: Wir haben eine Corporate Identity entwickeln lassen von einem Grafiker, wo wir alle drei Festivals eben versucht haben zu kommunizieren schon im Vorfeld, schon ein halbes Jahr vorher und haben gesagt wanted so war der der Claim Wanted wir wollen dich.

00:33:20: jeder Bürger zählt ihr wollen deine Meinung wir wollen Dich haben.

00:33:23: bitte Die Stadt ruft Dich!

00:33:24: Wir brauchen Dich.

00:33:25: so.

00:33:26: Es war nichts andersrum, dass man gesagt hat ja also wenn es unbedingt sein muss dann könnt ihr ja kommen.

00:33:30: aber was immer ihr beschließt wir hören sowieso nicht drauf und das interessiert uns auch gar nicht was ihr da für Probleme habt.

00:33:35: Wir haben genug andere Probleme in der Stadt wir haben zu wenig Geld wir müssen rechtlich dies und jenes absichern usw.

00:33:41: Das Gegenteil war der Fall sondern die Staats mit dem Organisationsteam hat gesagt wir wollen jeden Bürger hören.

00:33:49: Wir wollen dich hauptsächlich so glaubwürdig dass sich die Menschen davon überzeugen lassen.

00:33:54: Das ist mal der erste wichtige Schritt.

00:34:00: Ein zweiter Punkt, dass das quasi durch Papier mit Stempel und Unterschrift der Bürgermeisterin passiert ist.

00:34:06: Da hat nicht irgendjemand Fremdes angeschrieben auf einem Formblatt, sondern sie hatte auch tatsächlich unterschrieben und die Leute direkt angesprochen.

00:34:14: Und selbst die, die nicht konnten an diesem Wochenende weil sie verhindert waren haben tatsächlich auch manchmal per Brief oder auch per E-Mail geschrieben, dass Sie gerne teilgenommen hätten aber leider nicht kommen können.

00:34:25: Also da sieht man schon, es geht auch um die Etablierung eines Kommunikationsverkehrs zwischen Bürger und Stadt.

00:34:32: Und zwar auf kleinstem Gebiet jetzt eben schon.

00:34:35: Und dritter Punkt der auch finde ich sehr wichtig war in der Zeitung hat das Ganze von Anfang an aufgegriffen und mit sehr großer Anteilnahme begleitet – mit großen Texten, mit kleineren Interviews auch und so weiter, also das heißt sowohl digital als auch analog.

00:34:53: Das ist auch medial so vermittelt worden in der Stadt.

00:34:55: da passiert jetzt was Großes bei uns an dem jeder Teil an der es möchte.

00:34:59: Und der entscheidende Punkt ist nur hast du es gerade selber schon gesagt?

00:35:02: Ist das der Begriff Selbstwirksamkeit und Selbstwert?

00:35:05: Das sind für mich zwei enorm wichtige Begriffe um die es geht.

00:35:10: Jeder Mensch möchte selbst wirksam sein.

00:35:12: Jeder Menschen möchte dass Ideen die er hat irgendwie Einfluss haben, umgesetzt werden oder vielleicht auch sein eigenes Leben verbessern.

00:35:19: Und das andere ist Selbstwert.

00:35:21: Wer sich nicht um den eigenen Selbstwert kümmert, der gibt eigentlich auf.

00:35:25: und wir haben versucht eben jetzt durch die Erweiterung der Demokratie und durch die Vitalisierung des demokratischen Prozesses genau auf diese beiden Punkte abzuheben indem ihr gesagt habt jeder Bürger zählt deine Stimme zählt du bist wichtig.

00:35:37: Ja ein Parallel zum Beispiel als Unternehmen habe ich in der letzten Podcastfolge mit Börte Zöllner von der WSL Besparkasse besprochen.

00:35:46: Das ist auch eine Sparkasse, die vieles verändert hat in den letzten Jahren.

00:35:50: Die haben im Jahr two-tasend neunzehn bekommen und sie haben ein Format genutzt was die Zukunftswerkstätten genannt haben wo sich auch dem Mitarbeiter beteiligen konnten mitzuwirken wie denn sich die Sparkasse verändern soll.

00:36:05: Und zwar durch Sparkasse.

00:36:06: sind Haus von circa sechs, siebenhundert Mitarbeitenden durften mitwirken in diesen Zukunftswerstechten, mit zwanzig Prozent ihrer Arbeitszeit.

00:36:17: Das ist schon mal ein starkes Signal dass auch da die Mitwirkung und Mitgestaltung des eigenen Hauses erwünscht war und der Rahmen dafür gegeben wurde.

00:36:29: Das Interessante ist ja jetzt also ich habe mir den Ergebnis angeschaut und wenn nicht auf die Verbesserungsvorschläge schaue die dann erarbeitet wurden Dann kommen da teilweise Dinge, die man auch aus anderen Orten kennt.

00:36:44: Die man auch auf Bundesebene kennt in der Diskussion.

00:36:48: Also Infrastruktur-Themen, Glasfaserausbau, der noch nicht ausreichend ist aber auch die Innenstadtentwicklung.

00:36:58: Die Innenstadt mehr Lebendig halten so dass da auch wieder Läden sich ansiedeln Aber auch Plätze gibt wo man sich gerne auffällt.

00:37:10: Auch das Thema Wohnen kam ins Spiel, für ausreichend Wohnraum zu sorgen.

00:37:18: Also sind ja Themen, die man eigentlich kennt und die auch in viele Orte diskutiert werden Und vielleicht sind sie auch keine neuen Themen.

00:37:28: um jetzt mal kritisch reinzufragen Jetzt hat man Beteiligung ermöglicht.

00:37:32: mit dieser Bürgerversammlung Mit diesem Bürgerrat.

00:37:36: Es kamen Vorschläge hängt der davon ab, was davon umgesetzt wird damit die Menschen sich wirklich als Selbstwirksam empfinden.

00:37:47: Also wenn jetzt doch wieder alles versandet wie ich das manchmal in Unternehmen feststelle Beteiligung wo der Partizipationen wurde ermöglicht aber dann passiert damit nichts.

00:37:59: Dann hat man wahrscheinlich sogar mehr Schaden angerichtet als dass es genutzt hat.

00:38:04: Wie ist das jetzt bei der Stadt Borgen?

00:38:06: Wie geht es weiter?

00:38:08: Also erst mal hast du völlig recht Die Enttäuschung, die entsteht wenn nach einem angestoßenen Partizipationsprozess keine Effekte und keine Resultate umgesetzt werden ist riesig.

00:38:23: Das ist eine Erfahrung, die es immer schon gab das auch einen Kritikpunkt an Bürgerräten gibt ja auch Kritik an der Bürgerratsinstitution vor allem nicht aus der Politik weil Politik sagt naja wir sind ja die gewählten Parlamentarier.

00:38:36: wozu brauchen wir jetzt nochmal eine Repräsentation des Bürgers?

00:38:39: Wir sind es hier schon.

00:38:41: Da könnte man eben antworten, ihr seid was anderes.

00:38:44: Denn Bürgerrat will etwas ganz anderes.

00:38:46: Er will im Grunde es ist wie so ein Ko-Parlament eine Erweiterung aber keine Ersetzung oder Abschaffung der Parlamentarier.

00:38:53: also insofern würde ich das nicht gelten lassen.

00:38:55: und der zweite Punkt ist In jeder Republik gibt es einen unendlich kostbaren Schatz den wir einfach liegen lassen und er ganz wenig gehoben wird.

00:39:04: der kostbarste Schatz in eine demokratische Gesellschaft hat, das sind ihre Menschen.

00:39:09: Das sind die Bürger mit einem unglaublich breit gefächerten Wissen.

00:39:13: und diese Bürgerratsidee kommt ja auch ganz stark eben aus den Niederlanden und aus Belgien wo man die Stadt Löwen zum Beispiel in Belgien hat es ja mustergültig vorexerziert wie man im Grunde genommen Stadtteilwissen, ökologischer, ekonomischer kulturelle Art und so weiter für sich selber produktiv machen kann das mit einbeziehen kann in den Stadtveränderungsprozess also die Bürger quasi mitnehmen kann.

00:39:37: Die Bürger ihre eigene Stadt verändern lassen und es hat da zu exekutiven Konsequenzen geführt.

00:39:44: Das ist der große Unterschied zu den Bürgerretten, die wir bisher hatten.

00:39:47: Wo die Ergebnisse teilweise wirklich versandet sind weil Politik dann gesagt hat naja wir haben doch unsere eigene Agenda und in Borken ist es so dass die Ergebnisse des simulierten Bürgerrates tatsächlich mit in die Stadtverwaltung genommen wurden und es gibt soweit ich das jetzt noch weiß zwei oder drei Projekte zu denen auch ausgewählte Bürgerinnen und Bürger eingeladen wurden, um ihre Meinung kundzutun.

00:40:13: Ebenso wie beim Tag der Jugend die Jugendlichen, die ihre Republik oder ihren Kiez formuliert haben und ihre Vorschläge an die Bürgermeisterin und die Staat adressiert haben eben so eingeladen worden sind vor der Stadtverwaltung zu sprechen oder das zu präsentieren.

00:40:27: Und soweit ich das jetzt weiß stand heute wird mit diesen Ergebnissen weiter gearbeitet.

00:40:32: Das heißt also es ist durchaus eine exekutive Chance da, dass das vielleicht in irgendwelche Verordnungen und so weiter mit einfließt.

00:40:41: Wir kennen das alle, dieser Verschleißprozess im Zuge der Auseinandersetzung.

00:40:45: Um die Frage ist es rechtlich machbar?

00:40:47: Ist es finanzierbar?

00:40:47: und so weiter wird da am Ende vielleicht nur zu ganz kleinen Veränderungen führen wie das im Osten hat man das glaube ich.

00:40:54: mir fällt jetzt die Gemeinde nicht ein.

00:40:56: aber die haben jahrelang auch in dem Bürgerrat sich unterhalten über Veränderung in der Stadt und am Ende kam eine Mitfahrbank raus.

00:41:03: Die haben am Anfang des Dorfes dann aufgebaut wurde.

00:41:06: Da konnten sich Leute hinsetzen und da wurden sie mitgenommen.

00:41:09: Das ist ein ganz kleines Beispiel Und man kann darüber lachen, vor allem in Berlin macht man darüber lachend im Bundestag.

00:41:15: Aber es ist ein Beispiel das zeigt so geht es!

00:41:18: So bezieht man die Menschen mit ein und wenn da einfach eine Bank steht, eine Holzbank, eine Mitfahrbank ... Das ist uns wichtig.

00:41:25: Da sitzen wir draufsitzen und so können wir im Grunde unser Leben verbessern.

00:41:29: Dann hat das einen enormen demokratischen Wert.

00:41:31: Das wird es entscheiden, das muss man verstehen.

00:41:34: Demokratie erfordert ja permanente Arbeit, permanentes Update, permanente Selbstkorrektur.

00:41:39: Beteiligung muss man organisieren.

00:41:41: Und das ist eine Vitalisierung, die bei uns so ein Stück weit leider eingeschlafen ist und ich hoffe dass es irgendwie jetzt wieder zurückkommt.

00:41:49: Sonst weiß ich nicht ob ich einstimme in den Chor, dass die Demokratie am Ende sei aber ich glaube dass wir versuchen müssten als Gemeinschaft, als Gesellschaft und Republik demokratische Partizipationsformen stärker noch zu berücksichtigen.

00:42:02: da kann man sich auch nochmal drüber unterhalten ob der Schweiz vielleicht ein Vorbild sein könnte oder nicht.

00:42:06: ja gibt es Einwände oder auch Lob vor verschiedenen Ebenen, aber ich finde das muss sozusagen jetzt aus der Bevölkerung kommen.

00:42:14: Denn eines ist schon auch klar und es wurde auch klar dieses Bottom-Down denken wir da oben sagen was Sache ist und wir beschließen's und dann ist gut so.

00:42:22: dass funktioniert nicht mehr.

00:42:24: die ganzen Aktivisten auf den Marktplätzen, auch in der Republik auf den Markplätzen stehen und sprechen mit den Leuten.

00:42:30: Man will das nicht mehr haben, dass einem quasi gesagt wird was zu machen ist sondern man will ein Stück weit jetzt selber mitbestimmen.

00:42:36: Und da kommt das, was ich am Anfang sagte eben der sogenannte Wutbürger ist obwohl er schwierig ist und auch sicherlich nicht besonders sympathisch.

00:42:43: aber es zeigt sich ja der Wille der Menschen mitzumachen und man kann den Menschen doch wirklich bei seinem Willen noch abholen und ich verstehe das oft nicht warum das nicht gemacht wird.

00:42:53: Ja das stimmt Ja, ähnliche Unternehmen auch.

00:42:58: Warum werden die Mitarbeiter nicht stärker beteiligt und auch wirkliche Entscheidungskompetenzen übertragen?

00:43:07: Es findet immer mehr statt.

00:43:08: aber ich sagte vorhin ja das ist wie so eine Suchbewegung in den Unternehmen.

00:43:14: Wie können wir gestalten was es passend für uns in der Verantwortungs- und Übertragungen auf Mitarbeitende usw.. Bei den Themen, die ich da als Ergebnisse bei Stadt Borken durchlesen hatte und bei dem was sie jetzt nochmals ergänzt zum Beispiel gebracht hat wie die Bank, die da vor dem Ort steht.

00:43:32: Vielleicht tun wir gut daran uns nicht nur die ganz großen Dinge vorzunehmen, die halt auch wirklich schwierig sind zu verändern sondern eben halt auch kleinere Dinge einfach mal machen wie diese Bank die dann auch eine direkte spürbare Wirkung bei allen erzeugt.

00:43:54: Ja, ist es ein Signal dass das in so eine Gesellschaft zurückgespiegelt wird.

00:44:00: Wir bauen für euch sozusagen die Stadt um oder wir verändern die Stadt eben nach euren Vorstellungen und nicht nur nach unseren oder irgendwelchen rechtlichen Vorstellungs- und ich habe jetzt auch gelernt durch diese Demokratiefestivals wie unglaublich komplex so ein Rechtsstaat auf der untersten Ebene ist.

00:44:16: also wenn es dann verschiedene rechtliche und gesetzliche Vorgaben für bestimmte Landkreise gibt weswegen die eine Straße nicht länger gebaut werden darf, weil dir dann die Grenze eines anderen Stadtkreises berührt und da gibt es viele andere Finanzierungstöpfe.

00:44:30: Und das ist also extrem komplex und kompliziert.

00:44:32: aber das muss man ja als Bürger auch mal wissen.

00:44:34: Ja?

00:44:34: Also man stellt sich ja glaube ich ganz oft auf den politischen Prozess falsch vor.

00:44:39: Das ist hochkomplex und das wäre jetzt zum Beispiel finde ich eine Möglichkeit um mal ganz aktuell zu werden und wegzukommen von der Mitfahrbank.

00:44:47: Aber wir haben jetzt ein gigantisches Problem das auf uns wartet ist künstliche Intelligenz.

00:44:53: das macht sehr viel Menschen große Angst.

00:44:57: Wie bei allen technologischen Revolutionen und Paradigmen wechsel gibt es Vorteile und Nachteile Flug und Segen so auch bei der KI, Aber ich finde, jetzt müsste so ein Gespräch stattfinden in der Gesellschaft.

00:45:08: Das müsste man organisieren über Sorgen der Leute, über Ängste, über rechtliche Möglichkeiten, über gesetzliche Möglichkeiten und ich sehe das nicht.

00:45:18: Es wird quasi auf oberster Ebene verhandelt.

00:45:20: Wir sehen dann die Tech-Konzerne ... Die Vertreter der Tech-konzerne beim größten Präsidenten aller Zeiten in Washington zu sitzen, der sagt, wir müssen nichts machen

00:45:28: usw.,

00:45:29: Und die Leute haben hier wirklich direktable Ängst, dass ihnen nicht nur der Job wegfällt oder ihr gesamtes Umfeld ersetzt wird, sondern dass sie auch keine Zukunft haben.

00:45:38: Jetzt wäre meiner Ansicht nach die Aufgabe guter gestaltener psychologisch versierter Politik daran zu gehen und vielleicht nicht im Bürgerrat zu organisieren weil es hätte ja dann auch exekutive Konsequenzen wenn man die Leuchten nicht enttäuschen will.

00:45:52: aber doch ein großes Gespräch also so eine Art federale Zukunftswerkstatt mal aufzurufen.

00:45:58: jetzt wäre die Möglichkeit ist zu machen und ich wünsche mir sehr

00:46:01: Ja, bin bei dir.

00:46:03: Das wird noch ein großes Thema werden wie wir mit KI umgehen.

00:46:07: da ist gerade viel in Bewegung.

00:46:10: das wäre aber Raum für mindestens einen zwei drei weitere Podcast folgen.

00:46:16: Aber vielleicht das Thema die Ängste sich jetzt wieder anspricht auch beim KI-Thema passt vielleicht zu dem Thema des Ansatzes deep democracy den ihr auch gemacht habt als eine Moderationsmethode oder ein Format, was in der Lage ist oder antritt Konflikte und Gruppendynamiken auch zu moderieren.

00:46:38: Da auch Raum für Frustrationen zu geben Und auch Entscheidungen, Entscheidungsprozesse wenn ich das richtig verstehe so zu gestalten dass jeder jede Stimme gehört wird.

00:46:49: Erzähl doch mal was habt ihr da gemacht?

00:46:51: Was steckt eigentlich hinter diesem Ansatz die Deep Democracy

00:46:56: also Man muss noch mal ausdifferenzierter sagen, Louise Diebdemocracy, aber wir können ja auch nicht die Democracy bleiben.

00:47:02: Wie ich schon vorher sagte ist im Grunde eine Art Konzept oder Handwerkszeug das in Südafrika damals von den Psychologen Mörner und Greg Lewis entwickelt wurde.

00:47:12: es ganze basiert auf der Grundlage prozessorientierte Psychologie wird mittlerweile in, weiß ich nicht mehr als, als zwanzig Ländern schon angewendet und bei uns in Europa vor allem in Bergen und die Niederlanden und jetzt langsam in Deutschland.

00:47:28: Und das ist eine Methode der Moderation oder Konflikttransformation, die pragmatisch ist sehr pragmatische und leicht zu erlernen ist und die man eigentlich in der Vielzahl von Situation auch in Unternehmen wo es stattfindet und Großunternehmen anwenden kann.

00:47:43: Insofern ist sie demokratisch weil jede Stimme von Bedeutung ist und Entscheidungen dann am klügsten sind.

00:47:52: So ist die Grundlage, wenn auch die Stimmen der Minderheiten mit einbezogen werden Emotionen, Werte, Überzeugungen an die Oberfläche zu holen und zum Beispiel so ein Nein oder einen Widerstand in einem Gruppenprozess produktiv zu machen.

00:48:08: Und so haben wir es auch gemacht dass wir auch da wieder mit Moderatorinnen die das professionell machen, die aus einer Deep Democracy Schule stammen zwei Frauen, die das ganz hervorragend gemacht haben.

00:48:19: Die haben eine Gruppe, eine vorher bestimmte Gruppe wo man sich anmelden konnte also jeder und jede teilnehmen konnte Auch dabei die Teilnehmerzahn sehr erfreulich und irgendwann kommt man rein grössmäßig an seine Grenzen, wenn man so eine Gruppe moderieren will.

00:48:32: Aber wir haben deswegen zwei Gruppen gemacht mit insgesamt glaube ich hundertfünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

00:48:39: Und dann wurden aus dem Bürgerrat stammenden Probleme, die ja alle formuliert haben gemeinsam in diesen Diebdemocracy übertragen.

00:48:48: Also die Frage, warum ist die Stadt nicht mehr Heimat für mich?

00:48:51: Und dann konnten die Menschen dort zwar ein Prozess der Unterausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hat – das haben wir auch vorher so gesagt, weil jeder sich sicher fühlen soll.

00:49:01: Das war ein geschützter Raum und ein Safe Space, wenn man es so will.

00:49:04: Auch ich war nicht damit dabei sondern nur die Moderatorin aber ich habe hinterher eben mir das sagen lassen dass dann wirklich zur Sache gegangen ist, dass Leute teilweise aus.

00:49:15: Positionen, die wir auf dem rechten Rand verorteten.

00:49:18: Es gab aber auch extreme linke Positionen in diesem Raum an einem ganzen Nachmittag aufeinander getroffen sind.

00:49:26: und dieser Diskurs der da entstanden ist Der ist nach Aussage, derer die teilgenommen haben extrem produktiv und fruchtbar gewesen.

00:49:35: Weil einfach zu spüren dass man den Widerstand das man sein eigenes Nein quasi kommunizieren kann und dass es noch andere gibt, die ähnlich denken fördert die Bereitschaft diskursiv sich auseinanderzusetzen.

00:49:49: Das war das Ergebnis nach diesem Nachmittag Und jetzt könnte man immer wieder in verschiedenen Runden machen zu einer neuen Bewegung kommt und wir haben das eben genannt, der Geist von Borken.

00:50:00: Wir haben ein bisschen großpartietisch gesagt irgendwie weil allen gemeinsam ist ja das Ziel der Demokratie in den bestehenden Strukturen zu erhalten, nahbar zu machen und dem Bürgern das Gefühl von Nähe, von Ansprache, von Zuneigung und auch einer gesteigerten Selbstwirksamkeit zu vermitteln.

00:50:17: Das ist das was daraus entstanden ist hoffentlich und entstehen sollte zumindest.

00:50:25: Was ich verstanden habe ist, weil das Deep Democracy ein gutes Format ist um mit Einwände zu integrieren und auch in den Entscheidungsprozessen.

00:50:36: Ich bin noch ein großer Verfechter von sozykratischen Entscheidungsformaten die ich auch im Unternehmen nutze, die ja auch versuchen jedem eine Stimme zu geben und nicht wie einer demokratischen Entscheidung, wo es möglich ist dass Personen, die mit abstimmen einfach auch abgehängt werden.

00:50:57: Sondern man möchte den größtmöglichen Konsens oder größtbemögliche Unterstützung für ein Thema haben in dem man Einwände versucht zu integrieren aber auch einen Toleranzbereich nutzt wo man sagt ja ich bin jetzt vielleicht nicht ganz dafür Ich sehe Probleme dabei Aber ich würde die Entscheidung so mittragen.

00:51:22: Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht, diese sogenannte Consent mit Tee am Ende, Entscheidungsverfahren auch in Unternehmen zu nutzen.

00:51:30: Ich hab die Verbindung noch nicht verstanden wenn ihr das angewendet habt Die Democracy.

00:51:37: in dem Safe Space sind da die Ergebnisse des Bürgerrates ins eingeflossen und damit wurde dann weitergearbeitet.

00:51:45: oder wie war das?

00:51:46: Das habe ich jetzt noch nicht verstehen

00:51:48: was viel Ziel

00:51:49: dieses Formats ist.

00:51:50: Ja, du brauchst ja.

00:51:51: wenn du so was einberufst muss es ja um einen Thema gehen.

00:51:55: Und wir haben uns entschieden auch aufgrund von Synergieeffekten weil das sonst schon sehr lange gedauert hätte nochmal ein Thema zu orientieren über dass die Leute sprechen wollten.

00:52:05: sie haben ja quasi.

00:52:06: wir haben dann uns geeinigt darauf dass wir.

00:52:08: diese Frage ist ist die Stadt noch Heimat für uns?

00:52:11: und oder welche Dinge müssen umgesetzt werden damit die Stadt zu einer Heimat wird?

00:52:18: Das war quasi das Thema, über das gesprochen wurde.

00:52:21: Und da ging es, glaube ich... Es geht gar nicht so sehr um die Effekte hinterher, dass dann da irgendwer von dem Zettel was steht sondern es geht um den Prozess als Seuchen der dann weitergetragen wird.

00:52:30: und es gibt jetzt Nachfolgeveranstaltungen, die Democracy-Nachfolge-Veranstaltung wo weiter diskutiert wird auch in unterschiedlichen Zusammenhängen.

00:52:39: man muss dazu sagen, dass es Voraussetzungen gibt deep democracy konkret teilzunehmen.

00:52:48: Also man gibt zu sagen, mit der Jacke die man vorne hinhängt auch zu erkennen dass man bereit ist in einen Dialog mit offenem Ausgang zu gehen.

00:52:55: das ist mal das erste was wichtig ist diese offene Ausgang.

00:52:58: zweitens man darf alles sagen aber man muss auch alles gesagt aushalten das heißt man muss sich wirklich konfrontieren lassen.

00:53:04: und des dritte ist niemand hat ein Monopol auf Wahrheit.

00:53:07: Das ist auch so ein Punkt der von vornherein klar gemacht wird Und man lässt eben aus Respekt vor allen anderen eben alle anderen auch ausreden, das wird zu den Moderatorien auch so gemacht.

00:53:18: Ich finde dieser... diese Blaupause für einen demokratischen Diskurs, der da eingeübt wird und darum geht es letztlich um die Einübung eines Diskurses.

00:53:27: Wenn man das dann versucht irgendwie regelmäßig zu organisieren also immer und immer wieder solche Kongresse stattfinden zu lassen an denen dann entweder dieselben Leute oder auch in unterschiedlicher Formationen die Menschen teilnehmen können, dann vertieft sich ja eine Gesprächskultur, die auch noch draußen getragen wird.

00:53:42: Dann sagen dir ein Mensch ich habe deinem Wochenende eine Erfahrung gemacht XY und so weiter kommt doch zum nächsten mal dazu.

00:53:49: Das ist tatsächlich im Anfang auch so passiert.

00:53:52: Also es gab eine richtige Bewegung in dieser Stadt, das hat sich auch übersetzt, auch in die Medien und auch in der Zeitung.

00:53:59: Naturgemäß lässt sowas nach und erlarmt dann ein Stück weit und man müsste jetzt nochmal reingucken.

00:54:04: Es gibt seitens der Stadtverwaltung Ideen für Nachfolge für Follow-up Projekte Die dann im nächsten Jahr kommen sollen.

00:54:12: In Klammern gesagt Das ist auch eine Frage des Budgets.

00:54:14: Wir wissen alle, dass die Kommunen klamm sind und das Geld ausgeht.

00:54:18: Und sowas kostet natürlich auch eine ganze Menge.

00:54:20: Ja

00:54:20: klar.

00:54:23: Das hört sich wirklich super an weil die Diskurskultur oder Debattenkultur ist ja von so einer Aggressivität mittlerweile geprägt.

00:54:32: Dass alles was da nochmal im konstruktiven Austausch wenn noch mit Gegensätzlichkeiten und Frustrationen aber auf konstruktive Art und Weise möglich macht, kann ja nur helfen.

00:54:47: Die Zeit schreitet voran.

00:54:49: ich würde gerne noch zwei Dinge mit dir besprechen.

00:54:52: also wir haben nochmal kurz darauf eingehen was der Tag der Jugend war und dann aber nochmal zusammenfassen zu ein paar Dinge sammeln die du sagen würdest oder wo wir beide sagen würden das wäre hilfreich um Demokratie zu stärken oder Gestaltung, wieder so eine positive Gestaltungsenergie in Gesellschaft und Unternehmen zu recken.

00:55:16: Aber erst nochmal zur Takt der Jugend.

00:55:18: Du hast es schon ein bisschen dazu erzählt.

00:55:20: Er hat also auch mit Schülern an Schulen gearbeitet.

00:55:24: Wie war das noch mal?

00:55:26: Also auch da haben wir mit einer professionellen Agentur zusammengearbeitet, Tinkerbrain Anke Leitzgen die in der Eifel schon seit Jahren mit solchen Konzepten und Projekten zu tun hat.

00:55:38: Und die auch konzipiert hat.

00:55:41: Wir haben alle Schulen angeschrieben in der Stadt Borken ob sie Interesse hätten sich zu beteiligen Jahrgangsstufen usw.

00:55:49: also wirklich von den Grundschulen bis zu den Gymnasien und haben erstmal eine Bereitschaft eingeholt.

00:55:55: Da gab es auch da die Erfahrung einer großen Rückmeldung, schon allein das ist mal der erste Schritt, dass unser Konzept in jeder Schule in den Klassen- und Klassenstufen debattiert und diskutiert wurde als vorgestellt wurde und die Frage dann wer möchte mitmachen?

00:56:11: Dann gab es die Rückmeltungen und dann haben wir einen Fragebogen entworfen – mit Wissenschaftlern im Hintergrund ein relativ ausführlichen Frageboggen wie jeder Einzelne seine Stadt erlebt.

00:56:23: Ja, das konnte man dann ausfüllt und ankreuzen.

00:56:26: Und es war schon klar dass ist in dem Moment eigentlich indem jede Schülerin und jeder Schüler diesen Fragebogen ausfüllte dann zusammengefasst wurden am Ende, dass es da um die Frage geht wie ich setze mich auseinander mit meinem Kids?

00:56:38: Wie sieht meine ideale Stadt aus was fehlt mir?

00:56:41: Was finde ich gut?

00:56:42: Was möchte ich gerne haben?

00:56:45: Das zielt von vornherein.

00:56:46: der Tag der Jugend.

00:56:48: Er zählte von vornherein darauf, dass man sagt wie kann man Demokratie erfahrbar machen?

00:56:52: Verständlich und gestaltbar.

00:56:54: Insbesondere für junge Menschen.

00:56:56: Mir lag das sehr am Herzen weil ich jemand bin der obwohl ich keine Kinder habe die frühkindliche Bildung enorm wichtig finde.

00:57:05: Ich halte es für eine gerade so grundlegende und wesentliche Voraussetzung, dass in frühkindlicher Bildung investiert wird unter Strukturen festgelegt werden, weil da eine soziale Verantwortung wächst aus der Verantwortung für das Soziale.

00:57:19: Und wenn man das hier früher mal das lernt, hier früher man das einübt und versteht, desto mehr ist ne republikanisch-liberale Gesellschaft auf einem relativ sicheren Parlament.

00:57:27: Wenn das verloren geht dann funktioniert's nicht mehr wirklich diesem Tag der Jugend in klitzekleinen Teil dazu beitragen können, im Rahmen des Demografietiefestivals und die Frage aufgeworfen.

00:57:41: Wie erkundet mal eure Lebenswelt?

00:57:43: Wir haben einen Raum geschaffen auch da ein geschützten Raum wo die Bedürfnisse diskutiert werden konnten und dann wurden Ideen ventiliert, dann haben wir an Ideen gearbeitet wie ihr Kids aussieht und dann wurde gefragt wie würdet ihr das jetzt praktisch umsetzen?

00:57:58: wurden Listen erstellt mit Wünschen, welche Materialien zur Verfügung gestellt werden sollen.

00:58:02: Also Pappe, Drähte, Äste usw.

00:58:06: Und die haben wir alle geschafft und das haben wir in großem Raum gelegt.

00:58:09: und dann haben die einzelnen Klassen angefangen ihre Ideen umzusetzen, also zu bauen wenn man so will und das was die gebaut haben hinterher eine Haftpipe ein Schwimmbad mit Garten oben drüber usw.

00:58:23: Da konnte man dann eben rauslesen wie ihre Ideen umgesetzt werden sollen und da haben sie das jedes mal vorgestellt.

00:58:28: es gab immer einen Sprecherin ein Sprechern ich vorher bestimmt wurde aus der Gruppe selber die diese Idee präsentiert hat Und so haben wir am zweiten Tag dann die Präsentation der Ideen gehabt.

00:58:38: Dann kam eben auch die Bürgermeisterin und Leute aus der Stadtverwaltung, um sich das genau anzuhören und darüber zu diskutieren.

00:58:44: ist es umsetzbar.

00:58:46: Woran könnte das scheitern?

00:58:48: Was ist machbar?

00:58:49: Was haben wir vielleicht schon auf den Weg gebracht?

00:58:51: Woran ist das wiederum gescheitert?

00:58:52: Also ein Lerneffekt des demokratischen Handelns im Alltag im Stadtraum... in Aushandlungsprozessen erprobt.

00:59:00: Das war die Idee, auch mit dem Konzept im Hinterkopf dass das dann in den Köpfen verankert weitergetragen in einen weiteren diskursiven Prozess übersetzt wird.

00:59:10: also das heißt dass man sensibilisiert wird für demokratische Aushandelungsprozesse und das mit Schülerinnen und Schülern gemacht und dann in der zweiten Ebene mit Jugendlichen an den weiterführenden Schulen die wir eingeladen haben über Nacht sozusagen eine App zu programmieren unter Professor professionelle Anleitung von Programmieren, die dann im Grunde genommen von jedem aufrufbar ist wo sie ihre Bedürfnisse in diese App haben reinprogrammieren können.

00:59:36: Dann wir Pizza bestellt, haben wir Pizza gegessen und dann wurde diskutiert.

00:59:39: und während das diskutiert wurde saßen zwei Programmiere da und haben das in eine App umgesetzt, so eine Borken-App, wo man jetzt von weiß ich nicht wie kann ein Bus Einführen damit wir am Abend noch wieder zurückkommen, wenn wir in der nächsten größere Stadt den Disco fahren.

00:59:56: Fahrplan, verschiedene Unzuweite mit Fahrgelegenheiten und das in einer App die dann für jedermann zugänglich ist.

01:00:04: Ja super sehr schön.

01:00:07: was gar ein besonderes toll fand ist nicht nur dass ihr mit den Schülern gearbeitet habt und dass die etwas spielerischer arbeiten könnten als Vorschläge sondern wenn ich es richtig verstanden habe gab's auch einen ehrlichen Austausch mit der Bürgermeisterin.

01:00:24: Also es wäre ja einfach zu sagen super toll, Kinder!

01:00:29: Wir nehmen die Vorschläge alle mit und diskutieren sie weiter aber eben auch vielleicht mal klar zu sagen wir finden das toll, aber wie können das jetzt gerade nicht umsetzen?

01:00:38: aus den und jenen Gründen bei dem einen Forschung?

01:00:40: Den anderen Vorschlag machen wir gerne.

01:00:42: also ich glaube diese Art von Ehrlichkeit braucht es halt einfach damit man sich auch wirklich ernst genommen fühlt in dem was man dabei getragen hat.

01:00:53: Du musst es erklären, die hat sich hingesetzt... In den Kreis von allen saß da wie ne Bürgerin wir alle anderen auch und hat erklärt warum etwas nicht geht, was man machen könnte.

01:01:04: Wo die Vorbehalte sind, wo die Finanzierungsvorbehalten sind, welche rechtliche Probleme austauschen.

01:01:08: und sie hat es erklärt, warum es nicht geht.

01:01:10: Und andererseits hat sie gesagt das ist eine tolle Idee, dass versuche ich umzusetzen also der Klopfeffekt ja?

01:01:15: Die Leute zum Armen Sie mitzunehmen und zu sagen Ich stehe da!

01:01:20: Wir machen das zusammen.

01:01:21: wir sind alle im Grunde genommen gleichwertige Teile derselben Gesellschaft und das ist total rührend gewesen.

01:01:30: gestattest am Ende eine kleine Emotion.

01:01:34: Ich war wirklich komplett berührt von diesen Kindern und Jugendlichen, die mit einer Begeisterung... Du hättest mal in die Augen gucken müssen mit einer Begeisterung an diesem Tag Demokratie erlebt haben und selber gestaltet haben.

01:01:45: Und ich habe das gehabt, dass muss man einfach weitermachen.

01:01:48: Das ist so großartig.

01:01:49: du musst die Leute anstecken.

01:01:51: Du musst den Leuten Lust machen für Demokratie.

01:01:53: Du musst eine Demokratie der Zuneigung schaffen wo man das Gefühl hat Der andere hat genau die gleichen Möglichkeiten und gleiche Rechte wie du.

01:02:00: oder es ist toll wenn man gemeinsam Lösungen entwickelt Gemeinsam.

01:02:03: ja da kommt das wieder rein und Ich finde ja ganz ehrlich also Verglichen mit anderen Ländern haben wir noch wenig Grund zu nörgeln und zur Jammern in Deutschland, obwohl es natürlich viel Anlass gibt und viel Ärger.

01:02:15: Aber wir müssten vielleicht auch mal versuchen das positive Stärke rauszuarbeiten.

01:02:21: auch am Bürgerrat mit einer enormen Beteiligung, wurde mir am Anfang des Jahres irgendwie so eine keimende Hoffnung eingepflanzt durch die Bürger selber.

01:02:30: Und ich bin sehr glücklich daraus gekommen ohne jetzt naiv sein zu wollen und zu glauben dass man damit das Rat neu erfindet sondern man trägt einen klitzekleinen Teil dazu bei und ich hätte mir gewünscht oder würde mir wünschen, dass solche Art von Festivals finanziert werden von den Städten von den Ländern weil ich glaube, dass dies die beste Prävention ist für jede Art von Radikalisierung.

01:02:51: Wir könnten noch lange weiter reden, aber das was du jetzt gerade gesagt hast glaube ich ist eigentlich der perfekte Abschluss für diese Podcastfolge nochmal auf diese emotionale Ebene zu kommen und nochmal zu werben solche Formate auch in anderen Städten umzusetzen zur Lebenbeteiligung möglich machen die Menschen ernst nehmen.

01:03:12: Demokratie der Zuneigung fand ich es gerade ein sehr schönes Wort dafür einfach auf einer menschlichen Ebene gemeinsam zu gestalten.

01:03:20: Vielen Dank Christian, für diese Einblicke und die Arbeit, die du ja initiiert hast.

01:03:30: Danke für einen guten Austausch!

01:03:32: Ich danke dir, dass ich mit dir sprechen konnte.

01:03:40: Demokratie der Zuneigung – was für ein schöner Begriff.

01:03:44: eine Demokratie in der politischen Akteure sich menschlich und nahbar für die Situation der Bürger interessieren?

01:03:51: Eine Demokratie, in der es Formate und Möglichkeiten gibt die Lust machen zu gestalten und gemeinsame Lesungen zu entwickeln.

01:03:58: Der simulierte Bürger Raffin Borken ist ein tolles Beispiel dafür, wie das gelingen kann – direkt menschlich und nahbar!

01:04:07: Und auch die Arbeit mit Schülerinnen und Jugendlichen halte ich für extrem wichtig, denn so entsteht schon in jungen Jahren Lust darauf etwas zu gestalten und wirksam zu sein.

01:04:18: Ich finde es toll wenn das Demokratiefestival von Borkn viele Nachahmer fände.

01:04:22: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann freue ich mich wenn ihr sie teilt und weiter erzählt.

01:04:28: Eine schöne Bewertung hilft ebenfalls dass der Podcast einen breiten Publikum ausgespielt wird.

01:04:34: Abonniert im Podcast oder tragt euch auf der Webseite collaborationtalk.org in den Newsletter ein.

01:04:40: Dann werdet über jede weitere Folge informiert.

01:04:44: Danke fürs Zuhören und Auf bald!

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